5 witzige Wege, deine Figuren kennenzulernen
- Vera Zischke
- 21. März 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. März
Kennst du das? Du stockst beim Schreiben, weil du nicht weißt, wie deine Figur in einer bestimmten Situation reagiert, welche Haltung sie beispielsweise zum Verhalten einer anderen Figur hat. Und plötzlich wird dir klar, dass du noch viel zu wenig über dieses Wesen weißt, über das du ein ganzes Buch schreiben willst. Keine Angst. Auch hier lautet das Motto: Lass uns ein bisschen spielen.

(Foto: Canva)
1. Dein unsichtbarer Freund
Stell dir vor, deine Figur läuft neben dir her. Wie würde sie darauf reagieren, dass der Pfandautomat im Supermarkt mal wieder streikt? Würde sie dich aufziehen, dass du dich beim Autofahren schon wieder so aufregst? Ein netter Zeitvertreib, besonders wenn man unliebsame Behördengänge machen oder etwas umtauschen muss und gerne ein bisschen mutiger auftreten würde.
2. Gemeinsame Erlebnisse verbinden
Du weißt, dass deine Figur tief sitzende Komplexe mit sich herumschleppt, weil sie als Kind gehänselt wurde? Aber irgendwie liest es sich flach, wenn du beschreibst, wie sich das heute noch auswirkt? Dann reise mit deiner Figur durch die Zeit und schreibe eine Ursprungsszene. Wie war es, als Karl das erste Mal mit Borstenschnitt zur Schule kam und sich alle über ihn lustig machten? Wie hat es sich für Caro angefühlt, als sie die feste Spange bekam? Welche Sprüche bekam sie gedrückt und was hat das mit ihr gemacht? Setze Anker, die so stark sind, dass du das Verhalten deiner Figur immer wieder an dieser Prägung ausrichten kannst. Die Ursprungsszene selbst muss dabei nicht im finalen Manuskript vorkommen.
3. Lerne die Eltern kennen
Herkunft prägt uns. Wir alle verhalten uns ein wenig anders, wenn unsere Eltern mit am Tisch sitzen. Wie ist das bei deiner Figur? Was schwingt mit und worüber wird nicht gesprochen? Begleite deine Figur doch mal in einer Übungsszene auf einen typischen Familienbesuch. Lerne die Familiendynamik und die Prägung deiner Figur kennen.
4. Finde den Vibe
Manchmal wissen wir ganz genau, welchen Appeal oder auch Vibe jemand hat. Du kannst eine Gegenwartsstory schreiben und trotzdem kommen bei deiner Figur James-Dean-Vibes auf. Kitzel heraus, was genau diesen Vibe ausmacht. Das kann sowohl den Kleidungsstil meinen als auch eine bestimmte Art, sich zu bewegen, oder gewisse Manieren. Halte diese Details so gut wie möglich fest und beschreibe sie, ohne James Dean namentlich zu nennen. Sie machen deine Figur spezifisch und unverwechselbar. Es ist nicht ein einziges Detail, das eine Figur unverwechselbar macht. Der erste Eindruck entsteht aus einer Mischung von Details.
5. Eine Frage des Alters
Eine Sache, die mir immer wieder hilft, ein klares Bild von Figuren zu bekommen: Passt das tatsächliche Alter mit dem biologischen Alter zusammen? Ich neige dazu, junge Menschen zu schreiben, die etwas zu reif für ihr Alter sind.
Aktuell schreibe ich eine Sechzehnjährige und habe mir neulich meine alten Tagebücher vom Dachboden geholt, um zu wissen, was mich als Sechzehnjährig ebecshäftigt hat. Es ist erstaunlich, wie schlecht man sich im Nachhinein an sein eigenes Ich erinnert. Auf diesem Wege lernst du nicht nur deine Figuren, sondern auch dein Vergangenheits-Ich noch einmal ganz neu kennen.
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